September 23, 2020
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Textilien lassen sich mit der Shibori-Technik auf interessante Weise färben. 

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In den 70ern und 90ern war Batiken sehr beliebt. Eines der bekanntesten Motive ist das klassische Kreismuster, das durch Abbinden von Stoff entsteht. Ursprünglich stammt die Batik-Technik jedoch aus Indonesien, dort bedeutet Batik „mit Wachs schreiben“. Mit heißem Wachs wird ein Motiv auf den Stoff getropft. Nach dem Färben bügelt man das Wachs aus dem Stoff und erhält ein helles Muster. 

Shibori war in Japan im 6. Jahrhundert die Lösung für arme Leute, die sich nicht häufig neue Kleidung leisten konnten und daher mit Stofffarbe neue Effekte auf alten Kleidern erzielten. Daraus entwickelte sich die Färbung von Kimonos mit der Shibori-Technik, die sich vor allem durch klare, geometrische Muster auszeichnet. Heute werden nicht nur Kleider, sondern auch Wohnobjekte und Papier in Farbe getaucht. 

Ein Hingucker im Schlafzimmer: Bettwäsche mit Naname-Goshi-Shibori-Muster von “renna deluxe”. 

Bei Shibori entstehen durch Falten, Abbinden, Knoten und Nähen verschiedene Muster wie Kreise, Quadrate und Linien auf dem Stoff. Je nach Art der Faltung und Abbindung sowie der Stärke des Zusammendrückens gelangt die Farbe an diesen Stellen nicht in den Stoff. Indem man Murmeln, Holzplättchen, Knöpfe oder Erbsen in die Faltung einbindet, entstehen weitere Muster.  

Aufwendiger ist die Näh-Technik: Dabei wird der Stoff gefaltet und per Hand mit Garn festgenäht. Nach dem Trocknen der Farbe kann man die Fäden entfernen und erhält besonders feine Linien. 

 

“Ranipink für Etsy”: Shibori-Anleitung zum Nachmachen. 

Textildesignerin Petra Hassan vom Label “ranipink” zeigt in ihrer DIY-Anleitung zwei Muster, die leicht nachzufalten sind. 

Geometrische Muster erreicht man, indem man den Stoff wie eine Ziehharmonika faltet. Nun von der kurzen Seite den Stoff als Dreieck abwechselnd von oben nach unten falten bis ein dreieckiges Stoffpäckchen entsteht. Das ganze mit Gummibändern fixieren.

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Auch für ein Karomuster muss man den Stoff wie eine Ziehharmonika in Falten legen. Von der kurzen Seite wieder im Zickzack falten und das schmale Rechteck mit Gummibändern fixieren. Die Größe und Breite der Falten bestimmt dabei das Muster. 

Zwei traditionelle japanische Falttechniken erklären wir im Detail:

Bei der Itajime-Technik wird der Stoff zieharmonikaartig gefaltet, dann werden Holzplättchen zwischen die Falten gelegt und mit Schnüren fixiert. So entstehen helle Rechtecke auf dem Stoff. Heutzutage kommen auch Plättchen aus Plexiglas und Acryl sowie Wäscheklammern und Gummibänder zum Einsatz. 

Mit diesem Einkaufsbeutel im Itajime-Muster kann man stilvoll shoppen.

Wie man einen einfachen Einkaufsbeutel mit Shibori aufpeppt, zeigt Johanna Rundel in ihrem Buch “Shibori – Färben auf Japanisch” (siehe Buchtipp unten). Wir zeigen ihre Anleitung Schritt für Schritt:

Material fürs Färben: 

Material für den Beutel:

1. Falten und bügeln Sie die Tasche der Länge nach ziehharmonikaartig zusammen.

2. Nehmen Sie die Holzwäscheklammern und klemmen Sie sie von beiden Seiten in gleichbleibendem Abstand zueinander an den Rand.

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3. Dann unter und auf die Klammern je ein Stück Dachlatte legen und die Latten mit den Klammern dazwischen mithilfe der Kordel fest zusammenschnüren. Verknoten Sie die Kordel anschließend.

4. Rühren Sie das Farbbad nach Packungsanweisung an und färben Sie die Tasche ca. 30 Minuten lang. Dabei immer wieder bewegen.

5. Waschen Sie die Tasche gründlich unter kaltem, klarem Wasser aus und entfernen Sie dann die Kordel, Dachlatten und Klammern. Jetzt zeigt sich das schöne Muster.

“Arashi” ist japanisch für “Sturm”, denn das Muster erinnert an peitschenden Regen im Sturm. Bei dieser Shibori-Technik wickelt man den Stoff schräg um eine Stange (zum Beispiel um ein Kunststoffrohr), befestigt ihn mit einer Schnur oder einem Garn und schiebt ihn zum Rohrende zusammen. Die Stärke des Garns wirkt sich auf die Linienbreite aus. 

Für die verschiedenen Shibori-Techniken benötigt man folgende Werkzeuge:

Zum Färben eignen sich Stoffe aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Seide, Hanf, Wolle und Viskose am besten. Bei Mischgewebe muss der Naturfaseranteil mindestens bei 60 Prozent liegen, je nach Farbherstellerangaben. 

Der Stoff muss vor dem Färben ohne Weichspüler und möglichst heiß gewaschen werden, damit die Appretur entfernt wird. Nach dem Waschen und Trocknen sollte der Stoff gebügelt werden.

Sobald der Stoff nach der gewünschten Shibori-Technik gefaltet und verschnürt ist, muss er in klarem Wasser eine Viertelstunde eingeweicht werden. So enstehen exaktere Muster. 

Kräftiges Blau zeichnet das Färben mit Indigo aus. 

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Die bekannteste Indigopflanze indigo tinctoria stammt aus Indien, daraus wird der tiefblaue Farbstoff gewonnen. 

Beim Färben generell und vor allem mit Indigoblau gilt: unversehrte Gummihandschuhe tragen! So gelangt die Farbe in den Stoff und nicht auf die Haut oder Kleidung. Am besten färbt man draußen, damit das intensive Blau nicht die Küche oder das Bad mit einfärbt. Muss man drinnen färben, sollte man die Arbeitsfläche großzügig mit Folie auslegen, damit sich keine Spritzer in der Wohnung verewigen. 

Während der Stoff in der Farbe liegt, muss das Farbbad regelmäßig umgerührt werden. Wenn man zum Färben echte Indigoblau-Pigmente verwendet, ist der frisch gefärbte Stoff anfangs erst gelb-grünlich. An der Luft oxidiert er – so entsteht nach und nach das kräftige Indigoblau.

Zum Schluss muss man das Färbemittel aus dem gebundenen Stoff gründlich unter fließendem Wasser ausspülen – bis das Wasser ganz klar ist. Danach sollte der Stoff noch einmal bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine mit Feinwaschmittel gewaschen werden. 

 

Produktdesignerin Johanna Rundel erklärt in “Shibori – Färben auf Japanisch” die verschiedenen Shibori-Techniken und gibt Anleitungen für 20 DIY-Projekte. Schritt für Schritt zeigt die Autorin, wie man unter anderem Notizbuch, Lampion, T-Shirt, Clutch und Teppich selber färben kann – egal ob in traditionellem Indigoblau oder einer anderen Farbe. 

Preis: ca. 10 Euro

www.emf-verlag.de

Designerin Christiane Hübner – auch unter ihrem Label “renna deluxe” bekannt – zeigt in “Shibori. Traditionelles Färben neu interpretiert” ausführlich die verschiedenen Farben und Färbetechniken mit echtem Indigo sowie mit Farbpulver. Zu 22 Techniken gibt sie Ideen zum Verarbeiten des gefärbten Stoffes – so entstehen Turnbeutel, Lunchbag, Schal, Vorhang und Stickrahmen. Die zugehörigen Schnittvorlagen liefert die Autorin gleich mit.

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www.geistesleben.de

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